Der Politikatlas Schulreform ist fast fertig

2010.08.24

Die Beta-Version steht. Wir testen sie jetzt noch, glätten letzte inhaltliche Feinheiten und checken alle Inhalte noch einmal sorgfältig gegen.

Soviel kann ich jetzt schon sagen: Das Ding ist echt schön geworden. Dank und Kompliment an Karen Hentschel, Pierre La Baume und Marc Tiedemann! Die drei haben gearbeitet wie die Brunnenputzer in den letzten Wochen. Hat sich das gelohnt? Aus meiner Sicht auf jeden Fall.

Gelauncht wird im Herbst, wahrscheinlich Anfang November. Später als geplant, aber ist ja immer so. Dann gibt’s hier richtig was zu gucken.

Categories : Etappen   Termine

Politikatlas Schulreform

2010.06.21

Unser Pilotprojekt, finanziert von der Vodafone Stiftung, nimmt Gestalt an. Bis Anfang Juli soll das grafische Konzept im Detail stehen. Anfang September wollen wir die Seite launchen.

Die Reform des Schulsystems ist ein komplexes Thema, das sehr viele Menschen unmittelbar in ihrer Lebensführung betrifft. Schulpolitik ist Ländersache, daher gibt es, anders als bei Reformen auf Bundesebene, nicht eine gebündelte Reformdiskussion, sondern 16 verschiedene, die teilweise an disparaten landesspezifischen Gegebenheiten ansetzen. Andererseits sind die Probleme, die die Reformdebatte auslösen – soziale Herkunft als bestimmender Faktor, mangelnde Durchlässigkeit, schwaches Abschneiden in Leistungstests, Niedergang der Hauptschulen etc. – vielfach länderübergreifend die Gleichen.

Am Beispiel Übergang Grundschule / weiterführende Schule wollen wir die Positionen und Lösungsansätze, die dazu in den einzelnen Bundesländern angeboten und diskutiert werden, in eine umfangreiche interaktive Infografik aggregieren. Diese Grafik soll dem Nutzer sowohl einen Überblick über die föderale Meinungslandschaft als auch die Möglichkeit der detaillierten Erkundung der Debatte bieten.

Im Hauptteil der Infografik zeigen wir, welche Möglichkeiten es für die Gestaltung des Übergangs Grundschule / weiterführende Schule gibt: Welche Entscheidungsoptionen gibt es? Wie läuft die Entscheidung genau ab? Wie endgültig ist die Entscheidung? Wie werden die Plätze an den Schulen im Einzelnen verteilt?

Im Eingangs-Screen findet der Nutzer zunächst eine schematische Grafik, die ihm einen Überblick in Bezug auf diese Fragestellungen verschafft. Durch Mausklick kann er die verschiedene Elemente heranzoomen, um sich die Details zeigen zu lassen. Die jeweiligen Elemente enthalten Problem-Markierungen, die anzeigen, welche Probleme dieses Element aufwirft.

Über ein Navigationsfenster kann der Nutzer sich orientieren, wo in der Grafik er sich gerade befindet. Eine Informations-Box liefert zu dem ausgewählten Element zusätzliche Informationen, in Textform oder als Datengrafik.

Außerdem gibt es ein weiteres Feld mit einer schematischen Karte der Bundesrepublik, nach Ländern gegliedert. Darüber bekommt man angezeigt, in welchen Ländern das ausgewählte Element existiert. Außerdem kann der Nutzer in diesem Feld gezielt ein Bundesland auswählen und bekommt ausgegeben, wie das System in diesem Bundesland beschaffen ist.

Categories : Etappen

Stiftung Neue Verantwortung

2010.04.30

Diese Woche habe ich bei der Stiftung Neue Verantwortung das Projekt Politikatlas präsentiert.

Das war eine tolle Veranstaltung. Das von Lars Zimmermann handverlesene Publikum kam aus Regierung, Parteien, Stiftungen und Politikberatungsorganisationen und hat sich von dem Thema Politik-Visualisierung spürbar begeistern lassen.

Categories : Termine

Afghanistan

2010.04.16

* on Prezi

Noch ein, wie ich finde, höchst beachtliches Ergebnis des Potsdam-Seminars: das Szenario-Diagramm zur Frage “Afghanistan-Abzug – Ja oder Nein?” von Pierre la Baume, Karen Hentschel und Marc Tiedemann.

Gratuliere!

Update: Hier ein paar Reaktionen:

Information is beautiful

Visual Complexity

Fastcompany mit inhaltlicher Debatte, die den Wert der Infografik auf das schönste belegt

Datavisualization.ch

Heise Newsticker

Categories : Grafik

Gendiagnostikgesetz: Präsentation im Bundestag

2010.04.09

Mit fünf angehenden Designern war ich vor kurzem im Bundestag, um zwei äußerst spannende Visualisierungskonzepte zum Thema Gendiagnostikgesetz vorzustellen, die im Rahmen des FH-Seminars in Potsdam entstanden waren.

Zur Vorgeschichte: Das Gendiagnostik-Gesetz, im letzten Jahr verabschiedet, ist ein Musterbeispiel für ein Gesetz, das jeden betrifft und für jederman von höchster Relevanz ist, das aber trotzdem weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert und verabschiedet wurde. Es gab eine parlamentarische Anhörung, bei der alle maßgeblichen Interessenverbände und viele wichtige Experten ihre Meinungen einbrachten. Die schriftlichen Stellungnahmen sind öffentlich zugänglich.

Meine Vorarbeit

Diese Stellungnahmen wollte ich als Material für ein Pilotprojekt für den Politikatlas heranziehen: Ich wollte das Argumentationsmaterial, das in diesen Stellungnahmen enthalten ist, in einer komplexen interaktiven Infografik aggregieren, damit den Aufwand, an dieser Debatte auf Augenhöhe teilzunehmen, erheblich senken und so den Kreis der potenziellen Teilnehmer an dieser Debatte entsprechend vergrößern.

Da die Finanzierung nicht so funktionierte, wie wir uns das gewünscht hatten, konnten wir dieses Pilotprojekt zunächst nicht im ursprünglich geplanten Umfang realisieren. Ich hatte aber insoweit vorgearbeitet, als ich einen zentralen Teilaspekt des Gesetzes – die Regelung, inwieweit Versicherungen in der Verwendung gendiagnostischer Daten eingeschränkt werden sollen – bereits kartografiert und ein komplexes Diagramm dazu angefertigt hatte, das die Argumente aus den Anhörungs-Stellungnahmen zu diesem Bereich wiedergab.

Es handelte sich dabei um ein Baumdiagramm:  Wurzel und Ausgangspunkt waren die Probleme, um deren Lösung es in diesem Punkt ging – der potenzielle Druck auf Versicherungsnehmer, ihre Gendaten offen zu legen bzw. sich testen zu lassen, sowie der mögliche Ausschluss von privaten Vorsorgemöglichkeiten bei schlechter genetischer Disposition. Davon zweigen verschiedene Lösungsoptionen ab. Diese werfen wiederum Folgeprobleme auf, aus denen weitere Lösungsoptionen folgen usw. usf.

Kislinger/Neubauer: Wer streitet sich worum mit welchem Argument?

Sonja Kislinger und Mischa Neubauer hatten diese Vorarbeit aufgegriffen und daraus eine elegante grafische Lösung gebaut: Die Probleme sind in ihrem Entwurf durch rot geriffelte Unterstriche gekennzeichnet, die Lösungsoptionen durch schwarze glatte. Die Verbände und Experten, die an der Anhörung teilnahmen, gruppierten sie zu sieben “Protagonisten”, denen sie bestimmte Farbwerte zuwiesen. Mit einem Checkbox-Menü kann man sich die Positionen, die diese Protagonisten in der Debatte vertreten, ausgeben lassen. Dabei kann man erkennen, welche Protagonisten in welchen Fragen verbündet bzw. entgegengesetzter Meinung sind. Man kann sehen, wer wo welche Schwerpunkte setzt.

Download (PDF, 905.65KB)

Jäkel/Schütze/Sonsalla: Ein Notationssystem für politische Debatten

Ganz anders beschaffen, noch origineller, dafür aber weniger leicht zugänglich war die Lösung, die Thomas Sonsalla, Roman Jäkel und Arne Schütze entworfen haben. Sie hatten neben dem von mir vorkartografierten Versicherungsbereich mit enormer Mühe auch den Rest des Gesetzentwurfs bzw. der Anhörungsdebatte dazu kartografiert. Ihre Idee zur grafischen Umsetzung spricht vielleicht auf den ersten Blick vor allem naturwissenschaftlich inklinierte Betrachter an. Aber auf den zweiten Blick wird jeder noch so Chemieadverse zugeben müssen: Das hat was.

Der Charme dieser Lösung liegt darin, dass sie eine Art Notationssystem für politische Debatten generell entwickelt. Man muss sich ein bisschen hineinfuchsen. Aber wenn man das System mal verstanden hat, kann man damit alle möglichen hoch komplexen Debatten abbilden.

Download (PDF, 1.67MB)

Categories : Grafik

Schöne Grafik zu Sterbehilfe-Debatte

2010.01.13

Das Seminar zur Politikvisualisierung an der FH Potsdam ist in vollem Gang. Morgen sehe ich erste Ergebnisse – ich bin sehr gespannt.

Als Vorübung hatten die Studenten die Aufgabe bekommen, sich ein Pro-&-Kontra-Thema aus ZEIT Online auszusuchen und die Debatte dazu zu visualieren. Dabei sind viele wirklich ziemlich eindrucksvolle Sachen herausgekommen.

Ein Ergebnis, das mich besonders beeindruckt hat, bildet die Leserdebatte zum Thema Sterbehilfe ab. Den drei Studenten Simon Wimmer, Julinka Ebhardt und Janine Hoffmann ist es gelungen, eine Lösung für die Visualisierung dieser Debatte zu finden, die gleichzeitig hoch abstrakt ist und einfach und intuitiv. Eine tolle Leistung!

Für Debatten, die zwischen drei (oder auch mehr) festen Polen ablaufen, hat diese Lösung wirklich Potenzial.

Categories : Grafik

Projekt Schulreform

2009.11.30

Die Vodafone-Stiftung wird (wenn alles gutgeht) uns bei folgendem spannenden Projekt unterstützen: Wir werden ein interaktives Diagramm zur schulpolitischen Debatte in Deutschland entwickeln, und zwar zu der Frage, wie man den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule gestaltet.

Dazu gibt es in den 16 Bundesländern jeweils ganz verschiedene Regelungen, und diese beruhen auf ganz verschiedenen Argumenten und Begründungen. Diese Regeln und das dazugehörige Für und Wider werden wir kartografieren und so einen Überblick über die föderale Meinungslandschaft zu diesem spannenden Thema geben.

Categories : Etappen

Grafische Ideen

2009.11.16

Boris Müller, Interface-Designer und Professor an der FH Potsdam, findet den Politikatlas spannend genug, seine Studenten auf das Thema Visualisierung politischer Debatten loszulassen.

Wir werden in diesem Wintersemester gemeinsam ein Seminar zu dem Thema abhalten. Ich verspreche mir davon Ideen und Lösungen für Usability und Navigation des Politikatlas. Ein Seminarthema wird auch sein, wie man das Diagramm Gendiagnostikgesetz problemorientiert 16.6.09 praktikabel machen kann.

Categories : Grafik

Projekt Gendiagnostik

2009.11.16

Für die nächste Pilotphase gelang es uns, den Deutschen Bundestag als Projektpartner zu gewinnen: Die Kartografierung des Gendiagnostik-Gesetzes bzw. des Argumentationsmaterials aus der parlamentarischen Anhörung dazu.

Das Gendiagnostik-Gesetz ist ein echter Testfall für das Projekt:

  • Es ist enorm vielschichtig: Es berührt Forschung, Gesundheitssystem, Migrationspolitik, Familienpolitik, Arbeitsleben, Versicherungswesen, ein Dutzend ethischer Grundsatzfragen nebst vielen weiteren Punkten mehr.
  • Es betrifft jeden: Jeder Einzelne kann in die Situation geraten, wegen seiner genetischen Disposition Vor- oder Nachteile zu erleiden.
  • Es wird viel zu wenig darüber diskutiert: Trotz der offenkundigen Relevanz für jeden Einzelnen findet kaum eine öffentliche Debatte über das Gesetz statt.

Wir erstellten zunächst eine Roh-Kartografierung für den Komplex Versicherungen – den Teil des Gendiagnostik-Gesetzes, der sich mit den Folgen der Gendiagnostik auf den Zugang zu privater Vorsorge befasst, sowie mit den Folgen für das Recht, die eigene Gendisposition nicht zu kennen.

Dazu fertigten wir mit Hilfe und Beratung des Sekretariats des zuständigen Gesundheitsausschusses des Bundestags ein komplexes Diagramm an, das gleichsam den Bauplan der Karte dieses Ausschnitts des Gendiagnostikgesetzes wiedergibt:

Diagramm Gendiagnostikgesetz problemorientiert 16.6.09

Die wolkenförmigen Shapes stehen dabei für Probleme, um deren Lösung es in dem diskutierten Gesetz geht. Die rechteckigen Shapes stehen für die verschiedenen Lösungsoptionen, die dazu im Gespräch sind. Sie werfen wiederum Folgeprobleme auf (rote Pfeile). Die Stärke der Pfeilbeziehungen steht für die Zahl der Teilnehmer, die die jeweilige Position vertreten. Welche Teilnehmer eine Position vertreten, gibt das Diagramm ebenfalls aus; das lässt sich allerdings im pdf-Format nicht abbilden.

Diese Roh-Kartografierung bedarf noch einer grafischen Benutzeroberfläche samt Navigation, um sich darin zurechtfinden zu können.

Als Technikpartner hatten wir das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin für das Projekt interessieren können. Als Finanzierungspartner waren wir mit der Bertelsmannstiftung im Gespräch. Allerdings gelang es nicht, die für die grafische und technische Umsetzung nötigen erheblichen Finanzmittel zu erhalten, so dass wir mit diesem Projekt an dieser Stelle nicht weiter kamen.

Categories : Etappen

Projekt Telefonwerbung

2009.11.16

Politik-Karten sollen dem Betrachter helfen, sich in Gesetzgebungs-Themen zurechtzufinden und über das Für und Wider der verschiedenen Lösungsoptionen mitdiskutieren zu können.

Um zu veranschaulichen, wie so etwas aussehen könnte, bauten wir mit Hilfe eines Grafikers ein paar Mockup-Slides: Read more…

Categories : Etappen