Schöne Grafik zu Sterbehilfe-Debatte

Jan 13 2010

Das Seminar zur Politikvisualisierung an der FH Potsdam ist in vollem Gang. Morgen sehe ich erste Ergebnisse – ich bin sehr gespannt.

Als Vorübung hatten die Studenten die Aufgabe bekommen, sich ein Pro-&-Kontra-Thema aus ZEIT Online auszusuchen und die Debatte dazu zu visualieren. Dabei sind viele wirklich ziemlich eindrucksvolle Sachen herausgekommen.

Ein Ergebnis, das mich besonders beeindruckt hat, bildet die Leserdebatte zum Thema Sterbehilfe ab. Den drei Studenten Simon Wimmer, Julinka Ebhardt und Janine Hoffmann ist es gelungen, eine Lösung für die Visualisierung dieser Debatte zu finden, die gleichzeitig hoch abstrakt ist und einfach und intuitiv. Eine tolle Leistung!

Für Debatten, die zwischen drei (oder auch mehr) festen Polen ablaufen, hat diese Lösung wirklich Potenzial.

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Projekt Schulreform

Nov 30 2009

Die Vodafone-Stiftung wird (wenn alles gutgeht) uns bei folgendem spannenden Projekt unterstützen: Wir werden ein interaktives Diagramm zur schulpolitischen Debatte in Deutschland entwickeln, und zwar zu der Frage, wie man den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule gestaltet.

Dazu gibt es in den 16 Bundesländern jeweils ganz verschiedene Regelungen, und diese beruhen auf ganz verschiedenen Argumenten und Begründungen. Diese Regeln und das dazugehörige Für und Wider werden wir kartografieren und so einen Überblick über die föderale Meinungslandschaft zu diesem spannenden Thema geben.

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Grafische Ideen

Nov 16 2009

Boris Müller, Interface-Designer und Professor an der FH Potsdam, findet den Politikatlas spannend genug, seine Studenten auf das Thema Visualisierung politischer Debatten loszulassen.

Wir werden in diesem Wintersemester gemeinsam ein Seminar zu dem Thema abhalten. Ich verspreche mir davon Ideen und Lösungen für Usability und Navigation des Politikatlas. Ein Seminarthema wird auch sein, wie man das Diagramm Gendiagnostikgesetz problemorientiert 16.6.09 praktikabel machen kann.

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Projekt Gendiagnostik

Nov 16 2009

Für die nächste Pilotphase gelang es uns, den Deutschen Bundestag als Projektpartner zu gewinnen: Die Kartografierung des Gendiagnostik-Gesetzes bzw. des Argumentationsmaterials aus der parlamentarischen Anhörung dazu.

Das Gendiagnostik-Gesetz ist ein echter Testfall für das Projekt:

  • Es ist enorm vielschichtig: Es berührt Forschung, Gesundheitssystem, Migrationspolitik, Familienpolitik, Arbeitsleben, Versicherungswesen, ein Dutzend ethischer Grundsatzfragen nebst vielen weiteren Punkten mehr.
  • Es betrifft jeden: Jeder Einzelne kann in die Situation geraten, wegen seiner genetischen Disposition Vor- oder Nachteile zu erleiden.
  • Es wird viel zu wenig darüber diskutiert: Trotz der offenkundigen Relevanz für jeden Einzelnen findet kaum eine öffentliche Debatte über das Gesetz statt.

Wir erstellten zunächst eine Roh-Kartografierung für den Komplex Versicherungen – den Teil des Gendiagnostik-Gesetzes, der sich mit den Folgen der Gendiagnostik auf den Zugang zu privater Vorsorge befasst, sowie mit den Folgen für das Recht, die eigene Gendisposition nicht zu kennen.

Dazu fertigten wir mit Hilfe und Beratung des Sekretariats des zuständigen Gesundheitsausschusses des Bundestags ein komplexes Diagramm an, das gleichsam den Bauplan der Karte dieses Ausschnitts des Gendiagnostikgesetzes wiedergibt:

Diagramm Gendiagnostikgesetz problemorientiert 16.6.09

Die wolkenförmigen Shapes stehen dabei für Probleme, um deren Lösung es in dem diskutierten Gesetz geht. Die rechteckigen Shapes stehen für die verschiedenen Lösungsoptionen, die dazu im Gespräch sind. Sie werfen wiederum Folgeprobleme auf (rote Pfeile). Die Stärke der Pfeilbeziehungen steht für die Zahl der Teilnehmer, die die jeweilige Position vertreten. Welche Teilnehmer eine Position vertreten, gibt das Diagramm ebenfalls aus; das lässt sich allerdings im pdf-Format nicht abbilden.

Diese Roh-Kartografierung bedarf noch einer grafischen Benutzeroberfläche samt Navigation, um sich darin zurechtfinden zu können.

Als Technikpartner hatten wir das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin für das Projekt interessieren können. Als Finanzierungspartner waren wir mit der Bertelsmannstiftung im Gespräch. Allerdings gelang es nicht, die für die grafische und technische Umsetzung nötigen erheblichen Finanzmittel zu erhalten, so dass wir mit diesem Projekt an dieser Stelle nicht weiter kamen.

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Projekt Telefonwerbung

Nov 16 2009

Politik-Karten sollen dem Betrachter helfen, sich in Gesetzgebungs-Themen zurechtzufinden und über das Für und Wider der verschiedenen Lösungsoptionen mitdiskutieren zu können.

Um zu veranschaulichen, wie so etwas aussehen könnte, bauten wir mit Hilfe eines Grafikers ein paar Mockup-Slides: Continue Reading »

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Die ursprüngliche Idee

Nov 14 2009

Die Idee für den POLITIKATLAS entstand in einer Diskussion zwischen Jakob von Weizsäcker und mir im Winter 2008/09: Warum, so fragten wir uns, nimmt kein Mensch Notiz von parlamentarischen Anhörungen? Da werden die kontroversen Fragen unserer Zeit verhandelt, alle gesellschaftlichen Kräfte und Interessen speisen ihre Standpunkte und Argumente in den Gesetzgebungsprozess ein, da kommen Experten und Verbände zusammen und wollen den Gesetzgeber argumentativ von ihrer Sache überzeugen – und kein Mensch interessiert sich dafür. Die Argumente und Positionen stehen im Netz, sind öffentlich zugänglich – und kein Mensch macht Gebrauch von ihnen.

Politik ist ungeheuer komplex. Die meisten Regelungsmaterien sind so vielschichtig, so verzweigt und so technisch, dass man sie nur unter enormem Aufwand überblicken und damit diskutieren kann. Dieser Aufwand lohnt sich nur für die, deren Interessen ganz unmittelbar betroffen sind. Alle anderen bleiben außen vor. Die Folge sind geschlossene Expertendiskurse, an denen nur wenige Interessen teilnehmen können. Die Folgen sind Intransparenz und bröckelndes Vertrauen in die Legitimation politischer Entscheidungen generell.

Was müsste passieren, um diesen Aufwand zu senken? Wie kann man den Zugang zu diesen Expertendiskursen erleichtern? Die Idee hatte Jakob: Man müsste diese kontroversen Gesetzgebungsthemen grafisch abbilden. Man müsste eine Art Diagrammsprache, ein Notationssystem entwickeln, in dem man diese Kontroversen erkunden kann wie eine bestimmte Gegend auf einer Landkarte. Man müsste diese Kontroversen kartografieren.

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